Die Ursachen für Schlafprobleme erkennen und bekämpfen

Schlafprobleme und Schlaflosigkeit

Schlafprobleme müssen nicht sein – Bild: © Gina Sanders – Fotolia.com

Schlaflose Nächte kennt jeder. Eine Grippe, eine Prüfung am nächsten Tag, die falsche Matratze oder ein schweres Abendessen können schon dazu führen, dass man am Abend mit dem Einschlafen zu kämpfen hat. Von einer wirklichen Schlafstörung, einer so genannten Insomnie, spricht man erst dann, wenn die schlaflosen Nächte zu einem regelmäßigen und im Alltag belastenden Problem werden. Die Ursachen hierfür können ganz unterschiedlich sein. Oft ist das Problem schon damit behoben, dass man eine neue Matratze kauft oder vor dem ins Bett gehen keine schwere Mahlzeit zu sich nimmt. Auch abendliche Rituale, zum Beispiel eine halbe Stunden lesen oder ein gut durchlüftetes Zimmer helfen beim Einschlafen. Sollten sich die Schlafstörungen auch dann nicht beheben lassen, liegt jedoch die Vermutung nahe, dass das Problem des Betroffenen tiefer liegt.

Schlafprobleme spiegeln seelische Probleme wider

In der Nacht werden alltägliche Erlebnisse, aber auch Erinnerungen und private Probleme verarbeitet. Wenn der Alltag von beruflichem Stress, Problemen in der Familie oder einem unzufriedenen Grundgefühl geprägt ist, kann sich das in einem unruhigen Schlaf zeigen. Betroffene plagen sich teilweise unbewusst, teilweise jedoch auch ganz bewusst mit quälenden Gedanken, suchen eine Lösung für ihr Problem oder können einfach nicht abschalten. Der Gedanke „Ich kann nicht mehr so weiter machen wie bisher“ wird im Alltag von vielen verdrängt. Im Schlaf zeigt sich jedoch, dass eine tiefgreifende Veränderung im Leben der Betroffenen angebracht ist. Wenn man zum Beispiel unzufrieden mit seinem Job ist oder sich im Alltag zu viel Arbeit aufhalst, sendet der Körper Warnsignale – eines davon können Schlafstörungen sein.

Psychisch bedingte Schlafstörungen

Ein besonders unruhiger Schlaf, für den man keine Erklärung findet, kann jedoch auch ein Symptom für andere seelische Probleme sein. So ist eine Ein- oder Durchschlafstörung eine typische Begleiterscheinung von Depressionen. Schlafstörungen können aber auch auf internistische Krankheiten wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Krampfadernleiden hindeuten. Wenn man die Schlafstörung durch einfache Mittel wie Stressreduzierung oder eine gesunde Ernährung nicht in den Griff bekommt, ist ein Gang zum Arzt oder einem Psychologen wahrscheinlich unverzichtbar.

Im Schlaf werden unbewusste alltägliche Probleme, Traumata oder tiefer liegende Störungen verarbeitet. Werden alltägliche Gefühle wie Angst, Sorgen, Schuldgefühle, Überforderung oder Erschöpfung im täglichen Leben verdrängt oder nicht dagegen vorgegangen, kann dies zur Schlafstörungen führen, da diese Gefühle dann besonders intensiv verarbeitet werden, wenn unser Körper zur Ruhe kommt. Die Folge sind nächtliche Angstzustände, unruhiges hin und her wälzen und Schwierigkeiten ein- und durchzuschlafen. Auch die Trauer durch den Verlust eines nahestehenden Menschen kann vorübergehend zu Schlafstörungen führen.

Wenn man die Vermutung hat, dass die eigenen Schlafstörungen auf psychologische Faktoren zurückzuführen sind, sollte man die Hilfe einer psychologischen Beratung oder eines Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. Diese können dabei helfen, das Problem genau zu benennen und eine Hilfestellung für mögliche Lösungen sein.

Tipps für einen besseren Schlaf

Mit ein wenig Glück verhelfen schon einfache Lösungen zu einem tieferen und gesünderen Schlaf. Ein abendlicher Spaziergang, ein entspannendes Bad, eine gute Matratze oder warme Milch mit Honig – dies alles sind einfache Mittel, die den Körper entspannen. Abendliche Rituale wie leichte Lektüre oder Aktivitäten wie Yoga können zusätzlich den Kopf von quälenden Gedanken frei machen. Anstrengenden Sport, fettes Essen oder Genussmittel wie Alkohol sollte man vor dem Schlafengehen vermeiden. Auch panische Blicke auf die Uhr oder schnell noch mal die Arbeitsunterlagen für morgen durchzugehen ist keine gute Idee, wenn man ruhig schlafen will. Sollte die Ursache für den Schlafmangel Stress sein, muss man Wege finden, diesen im Alltag zu reduzieren und dafür sorgen, dass man regelmäßig zur gleichen Uhrzeit ins Bett geht und aufsteht.

Wenn all diese Mittel nicht helfen, liegt die Annahme nahe, dass die Schlafstörungen eine organische oder psychische Krankheit zur Ursache haben. In diesem Fall sollte man einen Arzt oder eine psychologische Beratung aufsuchen. Indem man das Problem bei der Wurzel packt, ist ein langfristiger Erfolg wahrscheinlicher. Die Hilfe eines Psychologen kann je nach Erkrankung und Problem einige Zeit in Anspruch nehmen. Oft führt aber allein schon der erste Schritt und die Aussicht auf Hilfe zu einem ruhigeren Schlaf.


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4 Kommentare zu Die Ursachen für Schlafprobleme erkennen und bekämpfen

  1. Sabine Pointner 30. August 2012 at 14:06 #

    Sehr viele an Schlafstörungen leidende Menschen berichten, dass es die schlimmste Zeit Ihres Lebens ist. Meißtens beruht die Schlaflosigkeit auf psychischen Hintergründen, das kann Stress, Trauer, sowie Verlustängste sein.

  2. Jasmin 12. September 2012 at 14:00 #

    Ich kann oft sehr schlecht ein- bzw. durchschlafen, wenn ich in einer Prüfungsphase bin. Ich wälze mich dann herum, hoffe, dass ich alles behalten habe oder wache mitten in der Nacht auf, weil mir einfällt, dass ich noch dies oder jenes lernen sollte. Ich find das jedenfalls immer sehr auslaugend und stressig. Deshalb habe ich auch schon erwogen, während der Prüfungszeit einfach eine Schlaftablette zu Hilfe zu nehmen.

    • dp 13. September 2012 at 12:26 #

      Hallo Jasmin!

      Vielen Dank für deinen Beitrag! Prüfungszeiten können ganz schön stressig verlaufen. Aufgrund der ständigen Nervosität, Anspannung und Ängstlichkeit kann es auch zu Schlafproblemen kommen. Natürlich kann hier die Schlaftablette den Stress unterbrechen und für ein Durchschlafen sorgen. Bitte vergiss aber nicht, dass es sich bei der Schlaftablette um ein Medikament handelt, welches natürlich auch Nebenwirkungen hat. Deshalb sollte nur im Notfall auf schlaffördernde Medikamente zurückgegriffen werden.

      Es gibt auch alternative Ansätze, Schlafstörungen entgegen zu wirken: zum Beispiel Meditation, autogenes Training oder Schlafrituale.

      Alles Gute für alle weiteren Prüfungen!

  3. Wolfgang 23. November 2012 at 15:57 #

    Ich habe selbst Jahre lang unter Schlafstörungen gelitten und war bei unzähligen Ärzten.
    Zuerst hatte ich Schwierigkeiten abends einzuschlafen und habe mich Stundenlang im Bett herumgewälzt. Der Hauptauslöser war auch bei mir berufsbedingter Stress.
    Mittlerweile ist es schon besser geworden. Durch Meditationsübungen habe ich es langsam in den Griff bekommen und der Kopf kommt schneller zur Ruhe. Vor allem ist aber auch wichtig, dass man regelmäßig zur selben Uhrzeit schlafen geht um einen gewiisen Biorythmus aufzubauen.
    Auch von mir viel Erfolg!

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