Was tun gegen Stimmungsschwankungen?

Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen überwinden – Bild: © freshidea

Mit Stimmungen und Launen muss sich jeder Mensch in seinem Alltag mehr oder weniger stark auseinandersetzen. So kann die Laune sich im Laufe des Tages schon mal um 180 Grad drehen. Von solchen Stimmungsschwankungen ist jeder, manche jedoch besonders stark betroffen. Während viele starke Stimmungsschwankungen nur aus der Pubertät kennen, haben manche auch im Erwachsenenalter noch häufiger damit zu tun. Für solche Stimmungsschwankungen kann es verschiedene Ursachen geben, nicht immer sind sie ein Grund zur Sorge. In manchen Fällen sind sie jedoch so stark ausgeprägt, dass Betroffene beginnen darunter zu leiden. In diesem Fall gibt es praktische Tipps und Therapieansätze um starke Stimmungsschwankungen in den Griff zu kriegen.

Was sind Stimmungsschwankungen?

Der Begriff sagt es schon – Stimmungsschwankungen zeichnen sich durch ein, meist plötzliches und auffälliges, Schwanken der Stimmung aus. Meist schwankt die Stimmung dabei ohne auf den ersten Blick erkennbare Ursache. Wer eben noch ausgelassen und fröhlich war, ist plötzlich schlecht drauf bis hin zur depressiven Verstimmung. Daher stammt auch die Redewendung „Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt“. Je nach Charakter und Situation kann der Stimmungswechsel mehr oder weniger stark ausfallen. Tägliche Stimmungsschwankungen gehören zum Alltag dazu, die wenigsten von uns haben über den Tag hinweg eine konstante Stimmung. Erst extreme Stimmungsschwankungen, die zur Belastung werden oder sehr häufig und ohne Grund auftreten, sollten genauer untersucht werden, da dahinter auch psychische oder physische Erkrankungen stehen können.

Ursachen für Stimmungsschwankungen

Die möglichen Ursachen für Stimmungsschwankungen sind vielfältig. Häufig kommt im Zusammenhang mit unerklärlichen Stimmungsschwankungen der Hormonhaushalt in den Sinn. Dies ist auch nicht falsch, schließlich können besonders häufig vor und während der Periode oder in der Schwangerschaft Stimmungsschwankungen auftreten. Auch bei Eintreten der Wechseljahre sind Stimmungswechsel keine Seltenheit. Frauen sind daher durchschnittlich häufiger von Stimmungsschwankungen betroffen als Männer. Doch auch vor diesen machen Stimmungsschwankungen nicht immer Halt. Denn auch bestimmte physische Ursachen, wie zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, Demenzerkrankungen oder der Mangel bestimmter Vitamine können Stimmungsschwankungen verursachen.

Psychische Ursachen für besonders auffällige Stimmungsschwankungen können Depressionen sein, die sich meist durch das plötzliche Auftreten niedergeschlagener Stimmung manifestieren aber auch eine sogenannte bipolare Störung. Hier sind extreme Stimmungsschwankungen quasi das Hauptsymptom. Betroffene verspüren sowohl extreme Tiefphasen, in denen sie eine depressive Verstimmung haben, als auch starke Hochphasen, sogenannte manische Phasen, die sich durch übertriebene Euphorie, Impulsivität und erhöhten Antrieb auszeichnen und oft ebenso belastend sind wie die depressiven Phasen. Auch Suchterkrankungen können durch den ungesunden Drogenkonsum Stimmungsschwankungen verursachen.

Diagnose und Therapie von Stimmungsschwankungen

Auch wenn schwere physische oder psychische Erkrankungen nicht häufig auftreten, ist die Abklärung durch einen Arzt sinnvoll, wenn plötzliche und starke Stimmungsschwankungen auftreten. Oft sind diese nur phasenbedingt, zum Beispiel bei Stress oder emotionaler Belastung. Dies versucht der Arzt durch ein genaues Anamnesegespräch in Erfahrung zu bringen. Es ist daher sinnvoll zu beobachten oder sogar zu notieren, wann und wie oft die Stimmungsschwankungen auftreten, wie stark sie sind und ob es unter Umständen bestimmte Auslöser gibt. Auch durch organische und hormonelle Untersuchungen kann der Arzt physische Erkrankungen aufdecken oder ausschließen. Liegt eine solche Erkrankung vor, verschwinden mit der entsprechenden medikamentösen Behandlung in der Regel auch die Stimmungsschwankungen. Bei psychischen Ursachen kann der Arzt an einen Psychotherapeuten verweisen. Jedoch gibt es auch schon praktische Tipps, die jeder selbst einsetzen kann, um mit Stimmungsschwankungen besser umzugehen.

Praktische Tipps bei Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen können unter Umständen als sehr belastend empfunden werden. Mit diesen Tipps lassen sie sich in den Griff kriegen:

Auf die Ernährung achten

Häufig treten Stimmungsschwankungen auf, wenn der Körper nicht im Gleichgewicht ist. Dies kann zum Beispiel an einer unausgewogenen Ernährung liegen. Eine gesunde, balaststoffreiche Ernährung, bei der wichtige Vitamine und Nährstoffe, wie Eiweiß, Vitamin C und D, Eisen und Folsäure, sowie Calcium nicht zu kurz kommen, kann bereits dafür sorgen, dass man sich im Gleichgewicht fühlt und insgesamt besserer Stimmung ist – dabei darf natürlich hin und wieder auch ein kleiner Genuss wie Schokolade oder ein Glas Wein nicht zu kurz kommen.

Bewegung

Wissenschaftliche Studien beweisen, Bewegung spielt im Zusammenhang mit Stimmung eine große Rolle. Sport ist daher eine gute Methode um mit Stimmungsschwankungen umgehen zu können oder diese sogar zu stabilisieren. Dafür muss kein Hochleistungssport betrieben werden. Für den Anfang reichen auch Spaziergänge an der frischen Luft oder entspannende Sportarten wie Yoga. Vor allem aber Ausdauersport wie Joggen und Schwimmen hilft, den Kopf frei zu kriegen und die Stimmung aufzuhellen.

Entspannung

Stimmungsschwankungen treten oft in Zeiten auf, die von Stress geprägt sind – sei es emotional oder durch die Arbeit. Ein wichtiger Tipp um Stimmungsschwankungen in den Griff zu kriegen ist daher für Entspannung zu sorgen. Dazu gehört zum Beispiel regelmäßiger und ausreichend Schlaf. Aber auch Auszeiten im Alltag sind wichtig. Dies kann durch die Ausübung eines Hobbys, regelmäßige Spaziergänge oder durch ein langes entspannendes Bad gewährleistet werden. Auch Entspannungsverfahren wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können Anreize für die notwendige Entspannung im Alltag bieten. Hierbei kann man lernen, Stimmungsschwankungen zu akzeptieren und ihnen mit Geduld und Achtsamkeit zu begegnen.

Wer auf diese Grundpfeiler achtet – Ernährung, Bewegung, Entspannung – hat bereits erste Mittel zur Hand, Stimmungsschwankungen selbst in den Griff zu kriegen und insgesamt ein positiveres und ausgeglicheneres Leben zu führen.


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