Der Mozart-Effekt: Wie Musik die Konzentrationsfähigkeit steigert und die Gedächtnisleistung verbessert

Der Einfluss von Musik auf den Körper und die Psyche ist unumstritten. Nur wenige Menschen reagieren der Musik gegenüber gleichgültig. Für die meisten, die Musik hören, hat sie entweder eine aktivierende oder eine entspannende Wirkung. Außerdem sagt man der Musik nach, dass sie das Sozialverhalten verbessern kann sowie die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung erhöht. Ist es also wahr, dass Musik uns schlauer macht?

In Studien konnte gezeigt werden, dass Personen, welche vor einer Gedächtnisaufgabe klassische Musik hörten bei der Aufgabe besser abschnitten, als jede die keine klassische Musik gehört hatten. Dieses Phänomen ist auch als sogenannter “Mozart-Effekt” bekannt. Es konnte während des Hörens der als angenehm empfundenen Musik eine erhöhte Durchblutung in bestimmten Gehirnarealen beobachtet werden.

Besonders das limbische System, welches auch bei gutem Essen oder Drogeneinfluss aktiv ist, reagierte mit stärkerer Durchblutung. Im Gegensatz dazu waren bei unangenehmer Musik die Bereiche, die auch bei Angst aktiviert sind, stärker durchblutet. Bei angenehmer Musik werden Regionen, welche für Angst- und Alarmreaktionen zuständig sind abgeschaltet und dies wirkt sich positiv auf das Lernen und Einprägen aus. Durch die Musikstimulation kommt es zu einer erhöhten neuronalen Verschaltung und somit zu einer verbesserten Aktivierbarkeit bestimmter Gehirnregionen.

Bei vielen neurologischen und psychischen Erkrankungen wird die positive Wirkung der Musik therapeutisch eingesetzt. Bei Schlaganfallpatienten führt Musikhören zu einer Verbesserung des Sprachgedächtnisses und zu einer Verringerung von Depressionen und Verwirrtheit. Bei Patienten mit Alzheimer hat Musik eine Art Trainingseffekt und beugt dem Abbau des Gehirns vor. Auch bei Personen mit Multipler Sklerose, welche Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten entwickeln, kann Musik als Gedächtnisstütze genutzt werden.

Auch bei Gesunden wirkt sich Musik positiv aus. Insbesondere das Spielen eines Instrumentes hat eine lernverbessernde Wirkung. Dies kann gerade bei musikalischen Kindern beobachtet werden. Auch ruft Musik autobiografische Erinnerungen hervor, welche vorwiegend als positiv empfunden werden.

Doch welche Musik ist nun förderlich? Diese Frage kann für jeden anders beantwortet werden. Empfehlenswert ist speziell für den therapeutischen Zweck komponierte Entspannungsmusik oder klassische Musik. Aber auch Popmusik, Schlager und Volksmusik können sich leistungssteigernd auswirken. Dabei ist Instrumentalmusik der Vokalmusik immer vorzuziehen.

Als Faustregel gilt jedoch: Schnelles Tempo und häufiger Tempowechsel wirken anregend. Gleichmäßiges Tempo unterhalb der Herzfrequenz wirkt hingegen beruhigend. Laute Musik mit starken Akzenten stimuliert und sanft pulsierende Musik in geringer Lautstärke wirkt entspannend. Hell strahlende Klangfarben aktivieren, weiche Klangfarben haben harmonisierende Wirkung. Und aufwärts gerichtete melodische Sprünge aktivieren, wohingegen abwärtsgerichtete Tonschritte eher dämpfen.

Die Wirkung von Musik auf unser Gehirn ist somit nicht zu unterschätzen und stellt einen wichtigen Beitrag, nicht nur für die Gedächtnisleistung, sondern auch für das allgemeine psychische Wohlbefinden dar.

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