Die zwischenmenschliche Kommunikation verbessern

Bewusstes Kommunizieren und Zuhören

Bewusstes Kommunizieren und Zuhören – Bild: © puckillustrations – Fotolia.com

Kommunikation ist ein weit gefasster Begriff unter dem nicht alle dasselbe verstehen. Kurz gefasst kann man Kommunikation als den Austausch von Informationen, aber auch von Gedanken, Gefühlen, Meinungen, Wissen, Erfahrungen – kurz allem was sich verbal oder nonverbal mitteilen lässt, bezeichnen. Das Wort stammt von dem lateinischen Verb communicare und bedeutet „mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen, teilen, vereinigen“. Schon die Wortherkunft setzt also voraus, dass an Kommunikation mehrere Menschen beteiligt sind. Um den Begriff auf die Kommunikation zwischen zwei Menschen zu spezialisieren, spricht man von zwischenmenschlicher Kommunikation, eine Kommunikationssituation, die nicht immer einfach ist.

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, stellte schon der bekannte Kommunikationswissenschaftler, Autor und Psychotherapeut Paul Watzlawick fest. Und damit hatte er Recht, denn wir kommunizieren zu jeder Zeit, auch wenn wir gerade nicht sprechen. Wir teilen uns der Umwelt auch durch nonverbale Kommunikation wie Mimik, Gestik, Körperhaltung, Kleidung – eigentlich allein durch unsere Anwesenheit mit. Kein Wunder, dass Kommunikation allgemein nicht nur zu einem besseren Verständnis, sondern auch zu Missverständnissen und Problemen führen kann. Diese entstehen jedoch meistens durch mangelnde oder fehlgeleitete Kommunikation. Die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern, sollte daher vielen Menschen ein Anliegen sein.

Der Ton macht die Musik

Es ist nicht nur wichtig, welche Dinge man sagt, sondern auch wie man sie sagt. Nicht nur besonders sensible Menschen hören einen gereizten, schnippischen oder arroganten Tonfall heraus. Um Missverständnisse oder einen Streit zu vermeiden, sollte man daher in manchen Fällen versuchen Kritik, Anregungen oder Kommentare so ruhig und neutral wie möglich zu sagen, damit der Gesprächspartner sich auf den Inhalt des Gesagten und nicht auf den Tonfall konzentriert. Oft ist man schließlich einfach nur müde, abgelenkt oder wegen etwas Anderem genervt. Die eigenen Gefühle nicht zu zeigen, ist natürlich schwierig, das gilt auch für nonverbale Kommunikation, wie Mimik und Körperhaltung. Es hilft daher, dem Gesprächspartner diese Gefühle auch verbal mitzuteilen – er wird sich dann wahrscheinlich nicht mehr so sehr über einen gereizten Tonfall ärgern.

Sich klar ausdrücken

Die meisten Probleme zwischenmenschlicher Kommunikation liegen darin, dass der Gesprächspartner das Gesagte anders versteht, als es gemeint war. Dies ist nicht weiter verwunderlich, schließlich sind alle Menschen verschieden und keiner kann Gedanken lesen. Man darf von seinem Gesprächspartner zwar Empathie erwarten, aber man sollte sich trotzdem so klar wie möglich ausdrücken und nicht davon ausgehen, dass er alles zwischen den Zeilen liest. Vor allem in Beziehungen führt diese Art der Kommunikation, bei der erwartet wird, dass Partner sich ohne Worte verstehen, häufig zu Problemen. Zu sagen „Hier sieht es ja wieder aus“ ist nicht dasselbe wie „Ich würde mich freuen, wenn du etwas häufiger aufräumen würdest“. Mit der zweiten Aussage ist ein klarer Wunsch verknüpft, auf den der Partner reagieren kann, während die erste Aussage lediglich etwas feststellt, noch dazu in einem vorwurfsvollen Ton.

Besser zuhören

Zu einer Interaktion gehören zwei Menschen, zwischenmenschliche Kommunikation speist sich daher nicht nur aus aktivem Reden, sondern auch daraus zuzuhören. Wenn man versucht den Partner zu verstehen und auf ihn eingehen will, führt zuhören schneller zum Erfolg als vorschnelle Diskussionen. Gute Zuhörer unterscheiden sich nonverbal von schlechten Zuhörern, indem sie ihr Gegenüber anschauen beim Sprechen. Eventuell nicken gute Zuhörer wenn sie etwas verstanden haben und geben so ihren Gesprächspartnern zu verstehen, dass sie aktiv zuhören und nicht nur warten, bis sie an der Reihe sind mit sprechen. Zuhören heißt nicht, dass man das Gesagte lediglich hört, sondern auch verarbeitet. Gezieltes Nachfragen signalisiert dem Gesprächspartner nicht nur Interesse, sondern außerdem, dass man gewillt ist ihn zu verstehen und auf seine Sichtweisen einzugehen.

Bewusste Kommunikation durch Kommunikationstraining

Die meisten Menschen haben eine Gemeinsamkeit: Sie kommunizieren meistens nicht bewusst. Wenn wir über das Wetter reden oder auf das Gefühl eines anderen Menschen nicht angemessen eingehen, so passiert das weder aus tieferen Gründen, noch aus böser Absicht. Die meisten reagieren so, wie sie es für richtig halten – nach ihrem eigenen Charakter und individuellem Empfinden. In der Interaktion führt dies zum Aufprall unterschiedlicher Meinungen, Interessen, Rollen sowie Erwartungen und Konflikte sind da natürlich nicht auszuschließen. Sollte man allein keinen Weg aus einer schwierigen Kommunikationsebene finden, kann man an einem Kommunikationstraining teilnehmen. Dieser Schritt ist vor allem in Beziehungen interessant, in denen mangelnde Kommunikation zu einer Trennung führen könnte. Auch in Firmen werden Kommunikationstrainings für Chef und Mitarbeiter durchgeführt um das Arbeitsklima zu verbessern.

, , ,

Bis jetzt keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar