Wie ganzheitliches Denken die Persönlichkeitsentwicklung fördert

Ganzheitliches Denken

Ganzheitliches Denken – Bild: © vege – Fotolia.com

Sehr oft ist die Rede von Ganzheitlichkeit; zum Beispiel gibt es die ganzheitliche Medizin oder Psychotherapie. All diese ganzheitlichen Ansätze haben eines gemeinsam: das ganzheitliche Denken. Doch was bedeutet es eigentlich im Ganzen zu denken und was ist das Besondere daran? Im Folgenden soll der Frage auf den Grund gegangen werden, ob es sich beim ganzheitlichen Denkansatz vielleicht nur um einen Trend handelt oder doch um einen bereichernden Ansatz, der die Sicht auf die Dinge verändert und somit die Persönlichkeitsentwicklung fördert.

Mehr als die Summe der Dinge

Unter Ganzheit versteht man im Allgemeinen die Summe aller Dinge. Doch bereits Aristoteles stellte damals fest, dass es mehr als nur die Menge von Dingen ist, welche die Ganzheitlichkeit ausmacht. Es ist die sogenannte „Gestaltqualität“ von Dingen, welche diese übersummative Eigenart des Ganzen ausmacht. Die Lehre der Ganzheit wird auch Holismus (holos, altgriechisch: das Ganze) genannt. Die Anordnung von einzelnen Elementen zu einem Ganzen wird als System bezeichnet.

Daraus folgt, dass ganzheitliches oder holistisches Denken der Versuch ist, das Ganze eines Gegenstandes zu erfassen. Hierfür ist es aber notwendig, den Gegenstand als verflechtet in einem System und nicht als Einzelnes zu erkennen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn man grenzenlos und übergreifend denkt. In diesem Moment fallen alle gedanklichen Beschränkungen ab und ein holistisches – also ganzheitliches – Bild der Wirklichkeit kann entstehen.

Ganzheitlichkeit wirkt heilsam

In einer von der Naturwissenschaft geprägten Welt fällt es schwer, feste Grenzen und Regeln über Bord zu werfen. Gerade in der westlichen Gesellschaft hat man sich angewöhnt, die Dinge durch Analyse, also durch die Zerlegung eines Gegenstandes in seine Einzelteile, zu erklären. Doch gerade durch das Auseinandernehmen verliert ein System von Einzelteilen an Gestalt. Durch das ganzheitliche Denken versucht man dies zu vermeiden indem man anerkennt, dass alles in ständiger Veränderung sowie Bewegung und miteinander verbunden ist.

Ganzheitliches Denken bedeutet von größeren Zusammenhängen und vielen Einflussfaktoren auszugehen. Dieses umfassende Denken beruht auf einem breiteren Horizont und hat letztendlich Auswirkungen auf die gesamte Psyche. Erfährt man Gedanken, Gefühle oder Gegebenheiten nicht als Einzelnes sondern als Teil eines Ganzen, tut sich oft ein anderes, oft heilsames Bild auf. Denn der ganzheitliche Ansatz befindet sich jenseits von richtig oder falsch, gut oder böse. Im Ganzen wird nicht differenziert und alles hat seine Berechtigung.

Neue Erkenntnisse & Lösungswege

Für das emotionale Erleben bedeutet dass, das auch negative Gefühle oder Trauer sein dürfen und ihren Platz haben. Im Zwischenmenschlichen ermöglicht uns die ganzheitliche Sichtweise Einblicke in tiefere Zusammenhänge. Dies kann zu mehr Akzeptanz und Verständnis in Beziehungen führen. Und auch die Eigenbeziehung und das Selbstbild werden durch einen ganzheitlichen Denkansatz geklärt und gestärkt. Ganzheitliches Denken ermöglicht ein Loslösen von starren, oft auch destruktiven oder unpassenden Denkmustern.

Ganzheitliches Denken kann also mit einer Veränderung der persönlichen Sichtweise einhergehen und somit die Persönlichkeitsentwicklung durch die beschriebenen Erkenntnisse beeinflussen. Der Ansatz ermöglicht einen Perspektivenwechsel und damit eine Ressourcenentwicklung und Potentialentfaltung. Denn eine nachhaltige Problemlösung und Lebensgestaltung wird erst durch das Aufgeben des einseitigen Denkens möglich.


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