Mit Neid und Missgunst richtig umgehen

Neid, Missgunst & Selbstwertprobleme

Neid: Resultat eines schwachen Selbstwertgefühls – Bild: © Jochen Schönfeld – Fotolia.com

Neid – jeder kennt dieses Gefühl, entweder weil man es selbst gespürt hat oder weil man von anderen damit konfrontiert wurde. Neid gehört zu den natürlichen menschlichen Gefühlen und ist ebenso allgegenwärtig wie Freude, Trauer, Eifersucht und Wut. Doch Neid und Missgunst entstehen unter fadenscheinigen Gründen und sind meist ein Ausdruck von tiefer liegenden Problemen. Oberflächlich betrachtet scheint es, dass andere wegen ihres Geldes, ihrer Schönheit oder ihrer größeren Wohnung beneidet werden. Ein wenig Neid ist in diesem Fall auch erlaubt und völlig natürlich.

Wenn sich der Neid aber zur starker Missgunst steigert, liegt nahe, dass der Neider mit einem schwachen Selbstwertgefühl zu kämpfen hat und materielle und oberflächliche Werte mit innerer Zufriedenheit verknüpft. Der Neider nimmt wahr, was andere haben und er nicht hat und geht automatisch davon aus, dass andere daher glücklicher und zufriedener sein müssten als er selbst. Viele Menschen, die von Neid und Missgunst geplagt werden, fangen außerdem an aufzurechnen und versuchen zu bewerten, ob der Andere sein Glück mit Geld, Frauen oder der Arbeit wirklich verdient.

Wie Neid entsteht

Prinzipiell wird jeder mal von Neid geplagt, manche Personen sind jedoch stärker dazu veranlagt zu neiden als andere. Der Ursprung hierfür kann schon in der frühen Erziehung liegen, wenn ein Kind zum Beispiel gegenüber seinen Geschwistern benachteiligt wurde. Aber auch Erfahrungen im späteren Leben, wie zum Beispiel mangelnde Anerkennung für harte Arbeit können den Weg für ein von Neid geprägtes Leben ebnen. Menschen, die besonders anfällig für Neid sind, sind oft stark unzufrieden mit ihrem eigenen Leben, entweder weil sie falsche Entscheidungen getroffen haben oder immer versucht haben es anderen Recht zu machen. Wenn diese Menschen mit Personen konfrontiert werden, die sich nehmen was sie wollen und damit auch noch erfolgreich sind, kann das starken Neid hervorrufen. Prinzipiell sind wir also alle nicht davor gefeit, anderen gegenüber Neid zu empfinden. Wenn dieser Neid jedoch so stark wird, dass er sich belastend auf die Psyche auswirkt, ist es Zeit zu lernen mit dieser Missgunst umzugehen und das eigene Selbstwertgefühl und die persönliche Zufriedenheit zu stärken.

Neid und Missgunst bewältigen

Um eine Veränderung zu bewirken, muss man zuallererst den Zustand indem man sich befindet erkennen und akzeptieren. Indem man akzeptiert, dass man neidisch und unzufrieden ist, macht man den ersten Schritt. Ein besonders wichtiger nächster Schritt ist, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken. Man sollte sich mit anderen Vergleichen, aber nicht als besser oder schlechter bewerten, sondern einfach als anders. Trotzdem sollte man sich seines eigenen Wertes bewusst bleiben und sich vor Augen führen, dass man einzigartig ist. Beispielsweise mag der Andere vielleicht besser aussehen, dafür ist man selbst aber ziemlich schlau oder sportlich. Sich bewusst machen was man hat und kann, statt sich auf das zu fixieren was man nicht hat, hilft den Neid zu bekämpfen. Der Weg zu einem größeren Selbstwertgefühl und mehr Zufriedenheit ist jedoch kein leichter, Minderwertigkeitsgefühle sind oft tief in der Psyche verankert. Viele suchen daher Hilfe bei einer psychologischen Beratung.

Wenn man in einer anderen Person etwas sieht, das einen besonders neidisch macht, kann das auch ein Ausdruck dafür sein, was man sich für sich selbst wünschen würde. Wenn man dies erkennt, kann man den Neid in Ansporn und Ehrgeiz umwandeln. Man kann lernen, den Anderen nicht als Feind, sondern als Vorbild zu betrachten. Dabei hilft auch zu versuchen, sich in den Anderen hineinzuversetzen und sich bewusst zu machen, dass auch in seinem Leben nicht alles glatt läuft. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat man sogar selbst Eigenschaften um die man von Anderen beneidet wird und die man vor lauter Neid und Missgunst gar nicht wahrnimmt.

Zufriedenheit im eigenen Leben

Man sollte Neid und Missgunst als Motor für ein besseres Leben betrachten, statt sich davon aufhalten zu lassen. Durch Neid werden Missstände und Unzufriedenheit aufgezeigt. Man sollte dies zum Anlass nehmen, das eigene Leben umzugestalten. Dafür muss man die eigene Stimme beachten. Warum beneidet man den Anderen? Wie möchte man sein Leben gern leben, hat aber bisher aus Angst oder für Andere darauf verzichtet? Wenn man diese Fragen beantwortet hat, kann man in kleinen Schritten größere Zufriedenheit im Leben erlangen, indem man es sinnvoll ausfüllt, mit Tätigkeiten, die einem Spaß machen und einem Anerkennung bringen und sei es nur von sich selbst. Wenn man die Fähigkeiten ausbaut, die man bereits hat, muss man nicht mehr so neidisch sein auf Fähigkeiten, die man nicht hat.

Wie man mit Neidern umgeht

Auch für die Beneideten ist es nicht leicht mit Neid und Missgunst umzugehen, vor allem wenn die Neider aus dem eigenen Freundes- oder Verwandtenkreis kommen. Um mit bösen Kommentaren und offensichtlichem Neid richtig umgehen zu können, muss man erst einmal verstehen, dass der Neid der Person nicht persönlich gemeint ist, sondern auf ein tiefer liegendes Problem verweist. Der Neid und die Missgunst dieser Person sind also nicht zwingend nur gegen die eigene Person gerichtet. Trotzdem leidet man natürlich unter dem Neid, vor allem wenn man ihn gar nicht nachvollziehen kann. Ein offenes Gespräch mit dem Neider kann helfen, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Auch Anderen öfter ein Kompliment zu machen und außerdem Fehler und Macken offen einzugestehen, hilft dabei Neid aus dem Weg zu räumen, da man Neidern so zeigt, dass man auch nur ein Mensch mit Stärken und Schwächen ist.

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